Projekte

Vogelbestandsdaten zeigen, dass die Zahl der Vogelbrutpaare in Deutschland stark zurückgegangen ist. Um vielen Vogelarten eine breite Palette an geeigneten Lebensräumen innerhalb der Agrarlandschaft zu bieten, will das Institut für allgemeine und angewandte Ökologie im Rahmen des zweijährigen Projekts „Vogel-Flächen-Pflege“ eigene und ihm zur Pflege überlassene Flächen gezielt in Hinblick auf die Bedürfnisse der Vögel mit Kindern und Jugendlichen herrichten und pflegen.

Im Rahmen der stationären Aufenthalte von Kindern und Jugendlichen auf dem Internationalen Schulbauernhof Hardegsen werden in Kleingruppen Untersuchungen von diesen durchgeführt, die dazu dienen, die Kulturlandschaft als Teil der menschlichen Gestaltung von Natur zu erleben.

Mit dem Projekt „Insektenträume“ werden durch geeignete Managementpläne und Pflegemaßnahmen in exemplarischen Biotoptypen und Landschaftselementen, wie sie im Weser-Leine-Bergland typisch sind, die für Insekten erforderlichen Lebensräume stabilisiert und verbessert.

Noch in allerjüngster Zeit wurde in den Medien hinlänglich der dramatische Rückgang der Insekten dokumentiert. Damit ist evident, dass nicht nur die Biodiversität extrem bedroht ist und sich weiter verringern wird, sondern dass die Nahrungsgrundlage für alle „Insektenfresser“ partiell wegbricht.

Das Institut für allgemeine und angewandte Ökologie freut sich über den Nachweis von Schwalbenschwanz-Raupen (Papilio machaon L.), die an eigens für diese Schmetterlingsart im Rahmen eines zweijährigen Projektes gesäten und gepflanzten Futterpflanzen fressen.

Im Projekt „Erkundungspunkte Hardegsen“ weist das Institut für allgemeine und angewandte Ökologie auf insgesamt 27 Stellen/Themen im Stadtgebiet von Hardegsen hin, die eine hohe Relevanz für den Naturschutz haben und das Wesen unserer Kulturlandschaft auf beispielhafte Weise veranschaulichen.

Einem Bericht der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations – die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) zu Folge sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts weltweit rund 75% der Kulturpflanzen ausgestorben. Gegenwärtig verschwinden ca. 50.000 Arten pro Jahr.

„Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht“ – das wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Daher möchten wir Sie einladen, neu sehen zu lernen und Stellen zu entdecken, an denen Sie sonst vielleicht vorüberfahren oder -gehen würden:

Entdecken Sie an 11 Stationen entlang des Leine-Heide-Radweges zwischen Göttingen und Northeim die Vielfalt der Natur und kulturhistorische Besonderheiten, die das Wesen der Landschaft maßgeblich geprägt haben.

Derzeit werden zur Energieerzeugung in Biogasanlagen im Wesentlichen Mais und Raps genutzt, deren Anbau aus Umweltschutzgesichtspunkten einige Nachteile mit sich bringt. Mit dem Projekt soll daher gezeigt und bekannt gemacht werden, welche Pflanzen alternativ zu den bisher gängigen Energiepflanzen angebaut werden können.

In Deutschland gibt es über 33.000 Insektenarten. Sie machen damit über 80% der hier lebenden Arten von mehrzelligen Lebewesen aus. Trotz dieser enormen Vielfalt und Anzahl an Insekten finden sie meist nur wenig Beachtung und Wertschätzung durch uns Menschen (von einigen Bienen-, Schmetterlings- und Käferarten abgesehen). Kulturell bedingt werden sie in der Regel als ekelig, schädlich oder gefährlich empfunden und dementsprechend bekämpft. Diese Haltung steht durchaus im Widerspruch zur Stellung der Insekten in anderen Kulturkreisen, in denen sie z.B. als wichtige Protein- und Nahrungsquelle gelten.

Das Projekt “Nachwachsende Rohstoff-Reserven” wurde vom 1. April 2013 bis zum 31. März 2015 auf einer Fläche im Landkreis Northeim östlich der Ortschaft Sudheim umgesetzt. Es handelt sich um ein Flurstück in leichter Hanglage am Höhenzug Wieter, das dem Institut für allgemeine und angewandte Ökologie freundlicherweise von der Feldmarksgenossenschaft Sudheim zur Verfügung gestellt wurde.

Im Verlauf des durchgeführten Projekts wurde ein Agrarökologischer Bildungskoffer erstellt. Dieser setzt sich aus mehreren Schaukästen zusammen, in denen verschiedene Kulturpflanzen dreidimensional dargestellt werden.

Ziel des Projekts war die Erstellung der ersten zehn Bände einer Xylothek als dauerhaftes Medium zur Behandlung des Themas Wald. Bei einer Xylothek handelt es sich um eine Sammlung von “Büchern“, die aus dem Holz und der Rinde eines bestimmten Baumes gefertigt werden.

Die mobile Forschungsstation dient Kindern und Jugendlichen als Stützpunkt, um vielfältige Tier- und Pflanzenwelt auf ausgewählten Flächen in der Kulturlandschaft zu erkunden.

Vor ca. 15-20 Jahren ist eine Reihe von Flächen (vor allem artenarmes Wirtschaftsgrünland) in den Besitz des Instituts für allgemeine und angewandte Ökologie übergegangen. Seitdem werden die Flächen vom Institut unterhalten und unter Berücksichtigung von Naturschutzaspekten einer gelenkten Sukzession überlassen.

In der historisch gewachsenen Kulturlandschaft sorgten kleinräumige, verschiedenartige Nutzungen mit ihren vielen Saum- und Grenzflächen für ein Netz aus Rainen, Hecken, Obstbaumreihen, vegetationslosen, unbefestigten Wegen und etlichen anderen Strukturen, die zahlreichen Tieren und Pflanzen Lebensraum boten.

Die Arbeitsgemeinschaft Kulturlandschaftspflege (AG Kulap) beschäftigt sich mit der Planung, Koordinierung und Durchführung von Pflegeeinsätzen und Artenschutzmaßnahmen auf Restflächen in der Agrarlandschaft, die für den Naturschutz wertvoll sind.

Die meisten Menschen verbinden mit dem Begriff “Biene” hauptsächlich die Honigbiene des Imkers (Apis mellifera). Dabei stellt diese aber nur eine von weltweit 20.000 Bienenarten dar.

Die weitaus größte Zahl der nestbauenden Bienen lebt im Gegensatz zur Honigbiene, die durch ihre Staatenbildung die höchste Stufe des Sozialverhaltens repräsentiert, als so genannte “Einsiedlerbiene” oder “Solitärbiene”.