UN-Dekade Biologische Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Die Dekade soll die Umsetzung des UN-Übereinkommens von 1992 unterstützen. Ziel ist es, den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Dazu soll auch das gesellschaftliche Bewusstsein gefördert werden. Genau hier setzt die deutsche UN-Dekade an: Sie möchte mehr Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt, unserer natürlichen Lebensgrundlage, gewinnen. Ein Schwerpunkt ist daher die Auszeichnung von vorbildlichen Projekten. Die Mitwirkenden setzen sich für die biologische Vielfalt ein, indem sie sie schützen, nachhaltig nutzen oder ihren Wert vermitteln.

Biologische Vielfalt

Biologische Vielfalt ist alles, was zur Vielfalt der belebten Natur beiträgt: Arten von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen - einschließlich der Wechselwirkungen zur unbelebten Umwelt, innerhalb der Arten und zwischen den Arten - sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt ihrer Lebensräume. Biologische Vielfalt ist die Grundlage einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens auf der Erde.

Mehr Informationen finden Sie bei der UN-Dekade.

Das vom Institut für allgemeine und angewandte Ökologie initiierte Projekt "Schaffung von Biodiversitätszentren in der Normallandschaft", ausgezeichnet am 08.05.2014, trägt in beispielhafter Weise zur Vermittlung von biologischer Vielfalt bei. Es bietet die Möglichkeit mehr Menschen für die Erhaltung der Artenvielfalt zu motivieren. Vorrangiges Ziel ist der Erhalt von für den Naturschutz wertvollen Flächen in der Agrarland-schaft als Zentren größtmöglicher struktureller und biologischer Vielfalt (Biodiversität). Bei dem Projekt geht es um zumeist kleinere Flächen, die nach der Aufgabe ihrer landwirtschaftlichen Bewirtschaftung als Restflächen der historischen Kulturlandschaft in der weiträumigen durch intensive landwirtschaftliche Nutzung geprägten Landschaft erhalten geblieben sind.

UN Dekade

Foto-Termin aus Anlass der Projektauszeichnung am 08.05.2014

[vorne, v.l. Ralf Buberti (Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt - Landkreis Northeim), Matthias Herkel (Projektleiter), Heike Langholz (Mitarbeiterin Institut für allg. u. ang. Ökologie) - hinten, v.l. Frank Rethemeier (Untere Naturschutzbehörde), Klaus Meyenberg (Vors. der Feldmarksgenossenschaft Langenholtensen), Eckardt Joecks (Vors. Forstgenossenschaft Langenholtensen), Karl-Heinz Hagerodt (Kreistagsabgeordneter)]

Projekt des Öko-Instituts erhält erneut Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt (s. Auszeichnungen).

Die Jury bewertete die weitere Arbeit im Rahmen des Projekts positiv und zeichnete das Projekt erneut aus. Die Arbeiten zeichneten sich in den letzten zwei Jahren, im Gegensatz zur bisherigen großflächigen Pflege der Flächen, durch die Verbesserung der Stabilität der Artengemeinschaften durch punktuelle Eingriffe aus. Diese sollen dazu führen, dass die Lebensbedingungen für möglichst unterschiedliche Arten entstehen. Laut den Ergebnissen einer Studie der Technischen Universitäten München und Darmstadt hängt die Belastbarkeit eines Ökosystems nicht alleine von der biologischen Vielfalt ab, sondern maßgeblich von einer Asynchronie über die Arten hinweg. Je unterschiedlicher sich die Arten entwickeln und agieren, desto weniger anfällig ist das Ökosystem gegenüber Störungen. In diesem Zusammenhang wurde das Pflegemanagement so gestaltet, dass die Flächen möglichst viele Teillebensräume bieten. Dazu wurden in einigen Bereichen auch Pflanzen aus einheimischem Saatgut angesät, die auf den Flächen noch nicht vorkamen, aber für den Standort geeignet waren. Das zukünftige Ziel der Pflege ist, unter Berücksichtigung der geschätzten Zahlen der minimal überlebensfähigen Population, eine langfristig stabile ökosystemare Umgebung für eine optimale Anzahl von Arten zu schaffen. Probeweise wurde dies bereits mit der Untersuchung von Parasitoidenarten untermauert.

Im Rahmen der Umweltbildung fanden weiterhin regelmäßig Exkursionen mit Kinder- und Jugendgruppen zu den verschiedenen Flächen statt. Vor Ort konnten die TeilnehmerInnen aktiv bei der Flächenpflege mithelfen und sich mit der Vielfalt an Arten befassen.

Weitere Informationen

Unser Projekt zu der Thematik "Schaffung von Biodiversitätszentren in der Normallandschaft" finden Sie hier.



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Quelle: HNA - Northeimer Neuste Nachrichten - 22.09.2016





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